Dagmar Frederic: Vom Apothekenlehrling zur „Valente des Ostens“

Dagmar Frederic ist die Sängerin, Tänzerin und Moderatorin, die als „Valente des Ostens“ zur prägendsten Entertainerin des DDR-Fernsehens wurde und mit 81 Jahren noch immer auf deutschen Bühnen steht. Geboren am 15. April 1945 in Eberswalde als Dagmar Elke Schulz, moderierte sie über Jahrzehnte Kultsendungen wie „Ein Kessel Buntes“ und sang sich mit dem Titel „Du hast gelacht“ in die Wohnzimmer eines ganzen Landes. Wer heute ihren Namen googelt, sucht meist genau das: eine kompakte, verlässliche Antwort auf die Frage, wer diese Frau eigentlich ist – und genau die liefert dieser Text.

Wer ist Dagmar Frederic? Die Anfänge einer ungewöhnlichen Karriere

Die Tochter des damaligen Tierpark-Direktors von Eberswalde wuchs mitten zwischen Gehegen und Ställen auf, ehe sie mit 16 Jahren ihren ersten Bühnenauftritt beim örtlichen Unterhaltungsorchester hatte. Ihre erste Ausbildung führte sie allerdings in eine ganz andere Richtung: Sie lernte den Beruf der Apothekenhelferin, bevor Showmaster Heinz Quermann sie 1966 bei einem Casting für die Sendung „Herzklopfen kostenlos“ entdeckte.

Danach ging alles vergleichsweise schnell. Gesangsunterricht bei Peter Wieland, der damals bereits an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ unterrichtete, öffnete ihr die Türen zum Berliner Friedrichstadtpalast, der sie 1967 für Musical-Nummern engagierte – unter anderem aus „My Fair Lady“.

Woher stammt der Künstlername Frederic?

Genau aus diesem Musical leitet sich ihr bekannter Bühnenname ab. Komponist des Stücks war Frederick Loewe, und Wieland schlug vor, den Vornamen leicht abgewandelt als Nachnamen zu verwenden. Aus Dagmar Schulz wurde so Dagmar Frederic – ein Name, der binnen wenigen Jahren zur Marke wurde.

Der Aufstieg zum DDR-Fernsehstar

Zwischen 1969 und 1975 trat die junge Künstlerin regelmäßig im Duett mit Siegfried Uhlenbrock auf. Ihr gemeinsamer Titel „Du hast gelacht“ erreichte eine Popularität, die weit über die Landesgrenzen hinausreichte: Eiskunstläuferin Gaby Seyfert tanzte 1969 in den USA zu genau diesem Lied ihre Kür und sicherte sich damit den Weltmeistertitel für die DDR.

Ab 1973 übernahm die gebürtige Eberswalderin die Moderation zentraler Unterhaltungsformate des DDR-Fernsehens – darunter „Serenade bei Kerzenschein“, „Kinomusik mit Dagmar Frederic“ und die Preisgala der „Fernsehlieblinge“. Ihre größte Sendung blieb allerdings „Ein Kessel Buntes“, mit der sie zur festen Instanz des sonnabendlichen Unterhaltungsprogramms wurde. Gelegentlich, so ist es überliefert, wurde sie sogar „auf persönlichen Wunsch von Erich Honecker“ besetzt; sie war zu dieser Zeit auch Mitglied der Blockpartei LDPD.

Ehe, Nationalpreis und ein besonderes Comeback

1977 heiratete sie ihren Gesangslehrer Peter Wieland. Vier Jahre später, 1981, erhielten beide gemeinsam aus den Händen Honeckers den Nationalpreis der DDR – im selben Jahr sicherte sie sich zudem den „Goldenen Orpheus“ in Bulgarien, einen Preis, den zuvor kein anderer deutscher Künstler in der Geschichte des Festivals gewonnen hatte. 1983 wurde die Ehe geschieden, doch die künstlerische Anerkennung blieb ungebrochen: 1984 durfte sie den frisch sanierten Friedrichstadtpalast mit dem allerersten Lied im neuen Haus wiedereröffnen.

Wichtige Stationen im Überblick

JahrEreignis
1961Erster Bühnenauftritt in Eberswalde
1966Entdeckung durch Heinz Quermann
1969–1975Duo mit Siegfried Uhlenbrock, Hit „Du hast gelacht“
1973Beginn der Moderation großer DDR-Fernsehshows
1977Heirat mit Peter Wieland
1981Nationalpreis der DDR und „Goldener Orpheus“
1984Wiedereröffnung des Friedrichstadtpalasts
1991–2003Moderation von „Wünsch dir was“ mit Dénes Törzs
2011Gerichtsurteil im Erbschaftsstreit Wagner
2017SMAGO-Ehrenpreis für humanitäres Engagement
202681. Geburtstag, weiterhin aktiv auf Tour

Das Leben nach der Wiedervereinigung

Wo andere DDR-Prominente nach 1990 von den Bildschirmen verschwanden, baute sich die Entertainerin eine zweite Karriere auf. Zusammen mit dem Westmoderator Dénes Törzs präsentierte sie zwölf Jahre lang die gesamtdeutsche Sendung „Wünsch dir was“, flankiert von Auftritten in „Meine Show“ und „ARD-Sommer-Melodien“. Von 2001 bis 2009 gehörte sie fest zu den Elblandfestspielen Wittenberge, 2005 führte sie durch das „Klassik Open Air“ auf dem Berliner Gendarmenmarkt.

Auch das Radio blieb ihr treu: Von 2008 bis 2011 moderierte sie samstags bei Radio Paloma die Sendung „Schönes Wochenende“, von 2012 bis 2015 die „Deutsche Hitparade“ bei Radio B2. Auf der Theaterbühne überzeugte sie zwischen 2016 und 2018 am Magdeburger „Theater in der Grünen Zitadelle“ und 2019 in der Rolle der Lady Bracknell im Musical „Mein Freund Bunbury“.

Der Erbschaftsstreit, der Schlagzeilen machte

Nicht jedes Kapitel ihrer Biografie ist mit Applaus verbunden. 2009 sorgte ein Rechtsstreit um das Erbe der demenzerkrankten Brunhilde Wagner, Witwe des einstigen stellvertretenden DDR-Kulturministers Siegfried Wagner, für erhebliches öffentliches Aufsehen. Ein Nachlassgericht warf der Künstlerin vor, sich Teile des Vermögens erschlichen zu haben. Nach einer Rückzahlung von 60.000 Euro im Jahr 2008 folgte im Oktober 2011 ein Urteil, das sie zur Rückerstattung weiterer 170.000 Euro verpflichtete. Bereits 2007 hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) wegen einer verspätet gemeldeten Schenkung wegen Steuerhinterziehung ermittelt.

Dagmar Frederic mit 81: Bühne, Buch und Privatleben

Auch mit über 80 Jahren denkt die Künstlerin nicht ans Aufhören. Konzerttermine in Magdeburg, Berlin und Leipzig füllen ihren Kalender bis weit ins Jahr 2027, im Januar 2026 unterhielt sie sich im Berliner Kabarett Distel öffentlich mit Gregor Gysi. Brandenburgs früherer Ministerpräsident Matthias Platzeck prägte für sie den Beinamen „Valente des Ostens“ – eine Anspielung auf ihr großes Vorbild Caterina Valente, durch die sie überhaupt erst den Weg auf die Bühne fand.

Privat ist die Wahlberlinerin seit 2002 in fünfter Ehe mit Dr. Klaus Lenk verheiratet und lebt mit ihm in Berlin-Rahnsdorf. Ihre 1985 geborene Tochter Maxie Renner trat als Kind gelegentlich im Duett mit der Mutter auf, schlug beruflich aber einen anderen Weg ein. Als Schirmherrin engagiert sich die Entertainerin seit 1997 für das Cottbuser Haus der McDonald’s Kinderhilfe und seit 2002 für das Wohnprojekt Undine in Berlin-Lichtenberg. 2017 würdigte die Musikbranche ihr Wirken mit dem SMAGO-Ehrenpreis für künstlerische Vielseitigkeit und humanitäres Engagement. In zwei Büchern, „Ich kann nun mal nicht lügen!“ (1995) und „Schürt das Feuer“ (2005), blickte sie zudem selbst auf ihr bewegtes Leben zurück.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Wie alt ist Dagmar Frederic und wo wurde sie geboren?

Dagmar Frederic wurde am 15. April 1945 in Eberswalde geboren und feierte 2026 ihren 81. Geburtstag.

Wie heißt Dagmar Frederic mit richtigem Namen?

Ihr bürgerlicher Name lautet Dagmar Elke Schulz. Den Künstlernamen Frederic erhielt sie in Anlehnung an den Komponisten Frederick Loewe des Musicals „My Fair Lady“.

Ist Dagmar Frederic verheiratet und hat sie Kinder?

Sie ist seit 2002 in fünfter Ehe mit Dr. Klaus Lenk verheiratet und hat eine 1985 geborene Tochter namens Maxie Renner.

Welche Skandale gab es um Dagmar Frederic?

2011 wurde sie in einem Erbschaftsstreit um das Vermögen der Witwe Brunhilde Wagner zur Rückzahlung von 170.000 Euro verurteilt, nachdem bereits ein Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung gegen sie geführt worden war.

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