Mickie Krause heißt bürgerlich Michael Engels, wurde am 21. Juni 1970 in Wettringen im Münsterland geboren und zählt neben Jürgen Drews zu den prägendsten Figuren der deutschen Ballermann-Szene. Seinen endgültigen Durchbruch feierte der Sänger 1999 mit einem Song, der Partygänger bis heute zum Mitgrölen bringt: „Zehn nackte Friseusen“. Wer seinen Namen googelt, sucht meist genau das – Fakten zu Karriere, echtem Gesicht und aktuellen Auftritten des Kultsängers.

Mickie Krause: Vom Textilveredler zum Gesicht des deutschen Partyschlagers

Bevor an Mikrofon und Bühne zu denken war, absolvierte der gebürtige Nordrhein-Westfale zwei ganz bodenständige Ausbildungen: eine zum Textilveredler, eine weitere zum Jugend- und Heimerzieher. Musikalisch geprägt wurde er schon als Jugendlicher im Chor, außerdem war er aktives Mitglied der katholischen Pfadfinderschaft Sankt Georg – dort übernahm er später sogar die Rolle des Gruppenleiters. Mit gerade 15 Jahren wählte ihn die „Bravo“ zum Bravo-Boy, ein früher Vorgeschmack auf die spätere mediale Aufmerksamkeit.

In den 1990er-Jahren verdiente sich der spätere Ballermann-Star seine ersten Sporen als Warm-upper bei Talkshows von Birte Karalus, Oliver Geissen und Hans Meiser. Parallel stand er als Sänger bei der Schlagerband „Erika Rehbein und das Schlagerkarussell“ auf der Bühne – Stationen, die im Rückblick wie eine Blaupause für seine spätere Solokarriere wirken.

Der Song, der alles veränderte

1999 kippte der Erfolg: „Zehn nackte Friseusen“ schlug ein wie ein Sommerhit auf den Balearen und katapultierte den bis dahin kaum bekannten Entertainer in die deutschen Charts. Der Titel bediente exakt das, was am Ballermann funktioniert – simple Refrains, Situationskomik und eine gehörige Portion Ironie. Ab 2004 ging er zunehmend eigene Wege und veröffentlichte in Eigenregie Songs wie „Wirft der Arsch auch Falten“ und „Alle total versaut“. 2008 gelang ihm dann etwas, das vor ihm keinem Partykünstler geglückt war: sieben eigene Produkte gleichzeitig in den Charts, davon zwei Songs parallel in den Top 30.

Karriere-Meilensteine im Überblick

JahrMeilenstein
1970Geboren als Michael Engels in Wettringen (NRW)
ca. 1985Zum Bravo-Boy gewählt
1990erWarm-upper bei Talkshows, Sänger bei „Erika Rehbein und das Schlagerkarussell“
1999Durchbruch mit „Zehn nackte Friseusen“
2004/2005Solo-Veröffentlichungen wie „Wirft der Arsch auch Falten“
2006Ersteigert Jürgen Drews‘ „König-von-Mallorca-Mantel“ beim RTL-Spendenmarathon
2008Sieben gleichzeitige Chart-Platzierungen, zwei Songs parallel in den Top 30
2017Finalist bei „Hell’s Kitchen“ auf Sat.1
2022Diagnose eines bösartigen Blasentumors, erfolgreiche Operation
2026Neuer Hit „Ich mach mein Ding“, Auftritt im ZDF-Fernsehgarten, Tour durch Deutschland und Österreich

Die Perücke: Schutzschild statt Bühnengag

Ein Markenzeichen sticht bei kaum einem anderen Künstler der Szene so heraus wie seine blonde Langhaarperücke. Anders als oft vermutet, ist sie kein reines Bühnenaccessoire, sondern bewusster Sichtschutz: Fotos ohne Perücke lässt der Entertainer grundsätzlich nicht zu. Damit schafft er eine klare Trennung zwischen der Kunstfigur auf der Bühne und dem Privatmann, der verheiratet ist und vier Kinder hat.

Auch abseits der Musik zeigte sich der Wahl-Mallorquiner experimentierfreudig: In der Sat.1-Kochshow „Hell’s Kitchen“ kochte er sich bis ins Finale, musste sich dort aber Lady Bitch Ray geschlagen geben. Beim RTL-Spendenmarathon 2006 sorgte er zudem für eine skurrile Randnotiz der Ballermann-Geschichte, als er den legendären „König-von-Mallorca-Mantel“ seines Kollegen Jürgen Drews ersteigerte.

Kult oder Kitsch? Die Debatte um den Partyschlager

Kaum ein Genre polarisiert die deutsche Musiklandschaft so sehr wie der Ballermann-Sound. Kritiker werfen den Texten Plattheit und Klischees vor, Fans feiern genau diese Direktheit als befreienden Gegenpol zum Alltag. Der Entertainer selbst hat sich davon nie beirren lassen und positionierte sich stets als Unterhalter, nicht als Botschafter gesellschaftlicher Debatten. Diese klare Rollenverteilung dürfte mit erklären, warum seine Fanbasis über Jahrzehnte stabil geblieben ist, während einzelne Songtitel regelmäßig für Schlagzeilen sorgen.

Gesundheitlicher Einschnitt: Die Diagnose 2022

2022 geriet die Karriere kurzzeitig in den Hintergrund. Bei einer Untersuchung wurde ein bösartiger Tumor in der Blase entdeckt, eine Operation folgte umgehend. Anfang September desselben Jahres gab der Musiker über Instagram Entwarnung: Eine Kontrolluntersuchung in der Berliner Charité habe keinen Tumor mehr nachweisen können. Die Episode veränderte sichtbar seinen Blick auf Auftritte und Tempo – ohne, dass er der Partyszene den Rücken kehrte.

Mickie Krause heute: Neue Hits und Tour 2026

Auch mehr als 25 Jahre nach „Zehn nackte Friseusen“ bleibt der Entertainer musikalisch aktiv. 2026 präsentierte er im ZDF-Fernsehgarten seinen neuen Ballermann-Song „Ich mach mein Ding“, ergänzt um Veröffentlichungen wie „Baila Baila“. Parallel führt ihn eine Tournee durch Deutschland und Österreich, unter anderem mit Stationen in Oberhausen und Wien – ein Beleg dafür, dass die Nachfrage nach seinem Live-Programm ungebrochen ist.

Was die Szene an ihm schätzt, bleibt über die Jahre konstant: die Verbindung von Humor, Wiedererkennungswert und einem Gespür dafür, welche Zeile eine ganze Bierzeltschlange zum Mitsingen bringt.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Wie alt ist Mickie Krause?

Mickie Krause wurde am 21. Juni 1970 in Wettringen geboren, im Sommer 2026 ist er 56 Jahre alt.

Wie heißt Mickie Krause mit echtem Namen?

Bürgerlich heißt der Entertainer Michael Engels. Der Künstlername etablierte sich erst mit seiner Musikkarriere.

Warum trägt Mickie Krause immer eine Perücke?

Die blonde Langhaarperücke dient ihm als bewusster Schutz seiner Privatsphäre. Fotos ohne Perücke lässt er grundsätzlich nicht zu, um Bühnenfigur und Privatleben zu trennen.

Was ist der bekannteste Song von Mickie Krause?

Sein Durchbruchshit „Zehn nackte Friseusen“ aus dem Jahr 1999 gilt bis heute als sein bekanntester und meistgespielter Song am Ballermann.

Mehr lesen: Udo Jürgens